Es gibt diesen Moment, den fast jeder Autofahrer kennt. Man kommt zum Auto zurück, sieht einen frischen Kratzer an der Stoßstange, und nirgends klemmt ein Zettel. Oder der Parkschein, den man ganz sicher gelöst hat, liegt plötzlich umgedreht auf dem Armaturenbrett. Oder, die harmlose Variante: Man steht in der Tiefgarage eines Flughafens, und alle Ebenen sehen exakt gleich aus. Für alle drei Fälle gibt es jetzt eine gemeinsame Antwort, und die heißt Park Beweis, eine neue iPhone-App aus dem Hause myn.to.
Zehn Sekunden beim Aussteigen
Die Grundidee ist so einfach wie einleuchtend: Wer sein Auto abstellt, tippt auf einen Knopf und fotografiert in einem geführten Ablauf drei Dinge. Das Fahrzeug davor, das eigene Auto, das Fahrzeug dahinter. Wer möchte, hängt weitere Fotos an, etwa von einem Halteverbotsschild, das erst morgen gilt, oder von einer Delle, die schon vorher da war. Gleichzeitig speichert die App Position, Datum und Uhrzeit. Das Ganze dauert tatsächlich nur ein paar Sekunden und wird nach dem dritten Mal zur Gewohnheit wie das Abschließen.
Der entscheidende Kniff steckt in den Fotos selbst. Park Beweis schreibt Koordinaten, Adresse, Datum und Uhrzeit als Wasserzeichen fest ins Bild, nicht nur in die Metadaten, die jedes Bildbearbeitungsprogramm entfernen kann. Wer das Foto später der Versicherung, dem Vermieter oder der Bußgeldstelle vorlegt, hat damit ein Dokument, das sich nur schwer anzweifeln lässt. Ein Beweis im juristischen Sinne ist das natürlich nicht automatisch, aber es ist deutlich mehr als die vage Erinnerung, dass man doch eigentlich richtig gestanden hat.
Und wo steht das Auto jetzt?
Der zweite Teil der App ist der, den man vermutlich öfter nutzt. Auf der Karte ist der Stellplatz markiert, und ein Richtungspfeil zeigt live an, wohin man laufen muss und wie weit es noch ist. Wer lieber navigiert, öffnet den Punkt mit einem Tipp in Apple Karten oder Google Maps. In der Praxis funktioniert das im Freien sehr zuverlässig, in Tiefgaragen naturgemäß nur so gut, wie das iPhone dort seine Position bestimmen kann. Dafür hat man dann immerhin die Fotos, auf denen die Säulennummer zu sehen ist.
Das Logbuch
Alle Parkvorgänge landen chronologisch in einem Logbuch, das sich nach Adresse und Notizen durchsuchen lässt. Jeder Eintrag zeigt Karte, Dauer, Koordinaten und die Fotos. Praktisch für alle, die beruflich viel unterwegs sind und später nachvollziehen wollen, wann sie wo gestanden haben. Für den Ernstfall exportiert die App einen Vorgang als PDF-Bericht mit allen Bildern und Daten, den man direkt an die Versicherung schicken kann.
Datenschutz ohne Sternchen
Bei einer App, die permanent Standorte und Fotos von fremden Autos speichert, ist die Frage nach den Daten berechtigt. Die Antwort fällt erfreulich kurz aus: Alles bleibt auf dem Gerät. Kein Konto, keine Werbung, kein Tracking, kein Analyse-Baukasten. Wer die Einträge auf mehreren Geräten haben möchte, kann einen iCloud-Sync einschalten, muss es aber nicht. Im App Store steht die Datenschutz-Angabe "Keine Daten erfasst", und das ist bei einer Standort-App keine Selbstverständlichkeit.
Preis und Verfügbarkeit
Park Beweis gibt es ausschließlich für das iPhone, ab iOS 18. Die App ist ein Einmalkauf ohne Abo und ohne In-App-Käufe und kostet zum Start 99 Cent, Family Sharing inklusive. Die Oberfläche gibt es auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch, umschaltbar direkt in der App. Optisch setzt sie auf das neue Liquid-Glass-Design von iOS 26.
Fazit
Park Beweis löst kein Problem, das man jeden Tag hat. Aber wenn es auftritt, ist man sehr froh, die App zu haben. Drei Fotos und ein Standort-Pin kosten beim Aussteigen zehn Sekunden und ersparen im Streitfall Diskussionen, die deutlich länger dauern. Dass die App nebenbei das Auto im Parkhaus wiederfindet, macht sie auch für alle interessant, die nie einen Parkrempler hatten. Für den Preis einer Stunde Parken ist das schwer zu schlagen.
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