QR-Code-Apps sind so etwas wie das Taschenlampen-Genre des App Stores: Es gibt Hunderte, die meisten sehen gleich aus, und erstaunlich viele wollen nach drei Scans plötzlich 7,99 Euro pro Woche. Wer sich einmal durch diese Landschaft gewühlt hat, weiß, wie wohltuend eine App ist, die einfach sagt, was sie kostet, und danach Ruhe gibt. QuickQR Unlimited aus dem Hause myn.to ist so eine App.
Scannen, ohne zu warten
Der Scanner ist das, was man zuerst sieht, und er ist schnell. Kamera auf den Code richten, und der Inhalt steht da, bevor man richtig hingeschaut hat. Laut Entwickler in unter 300 Millisekunden, und das deckt sich mit unserem Eindruck. Ein kurzes haptisches Feedback bestätigt den Treffer. Bei schlechtem Licht hilft die Taschenlampe, bei kleinen Codes das Zoomen mit zwei Fingern. Neben QR-Codes liest die App auch die Strichcodes EAN-13 und Code 128, also alles, was auf Verpackungen und Versandetiketten üblich ist. Ist ein Code bereits als Foto in der Mediathek, erkennt QuickQR ihn auch dort, sogar mehrere Codes in einem Bild.
Erstellen, so viele man will
Der zweite Bereich ist der Generator, und hier steckt der Grund für das "Unlimited" im Namen. Jeder Text und jeder Link wird zum QR-Code, mit Live-Vorschau beim Tippen, wahlweise mit Bildunterschrift und einstellbarer Fehlerkorrektur. Exportiert wird als PNG oder PDF, ohne Wasserzeichen und ohne Limit. Wer schon einmal für eine Speisekarte oder eine Visitenkarte einen Code gebraucht hat, weiß, dass genau das anderswo der Moment ist, in dem die Bezahlschranke aufgeht.
Zwei Vorlagen sind besonders praktisch. Die erste erzeugt einen WLAN-Code: Netzwerkname und Passwort eingeben, Verschlüsselung wählen, fertig. Gäste scannen den Code und sind mit einem Tipp im Netz, ohne dass jemand "das große B wie Berta" buchstabieren muss. Versteckte Netzwerke und alle gängigen Verschlüsselungen von WEP bis WPA3 werden unterstützt. Die zweite Vorlage ist eine digitale Visitenkarte: Instagram, X, WhatsApp, LinkedIn, TikTok, YouTube, Threads und die eigene Website wandern in einen einzigen Code. Wer ihn mit QuickQR scannt, sieht eine aufgeräumte Profilübersicht mit direkten Links.
Verlauf, der auf dem iPhone bleibt
Jeder gescannte, erstellte oder importierte Code landet in einem Verlauf, der sich durchsuchen, nach Typ filtern und mit Favoriten sortieren lässt. Wischen löscht, ein Tipp teilt. Wer die Daten weiterverarbeiten will, exportiert den gesamten Verlauf als JSON oder CSV. Und das Wichtigste: Nichts davon verlässt das Gerät. Kein Konto, keine Anmeldung, kein Analyse-Baukasten, kein Werbenetzwerk. Die Kamera wird ausschließlich zum Scannen benutzt.
Kleinigkeiten, die auffallen
QuickQR fühlt sich wie eine native iOS-App an, weil sie eine ist. Heller und dunkler Modus, wählbares App-Symbol, und die Oberfläche ist vollständig in Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Hindi und vereinfachtem Chinesisch übersetzt. In den Einstellungen lässt sich festlegen, was nach einem Scan passieren soll: Link direkt öffnen oder erst nachfragen. Letzteres ist die vernünftige Voreinstellung, denn ein QR-Code auf einem Aufkleber am Laternenpfahl führt nicht immer dahin, wo man hin will.
Preis und Verfügbarkeit
QuickQR Unlimited gibt es für iPhone und iPad ab iOS 18. Die App kostet derzeit 99 Cent, einmalig, ohne In-App-Käufe und ohne Abo. Alle Funktionen sind ab dem Kauf enthalten, künftige Updates ebenfalls.
Fazit
Man kann QR-Codes mit der iPhone-Kamera scannen, ja. Aber sobald man selbst welche erzeugen, das WLAN teilen oder den Überblick über gescannte Codes behalten will, braucht man eine App. QuickQR Unlimited macht genau das, schnell und ohne Tricks, und verlangt dafür weniger als einen Kaffee. Bei diesem Genre ist das schon fast eine Nachricht für sich.
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