Die meisten Zeiterfassungs-Apps sind für Teams gebaut. Man legt Workspaces an, lädt Kollegen ein, verknüpft Projekte mit Kunden und Rechnungen, und irgendwann fragt eine Mail, ob man auf den Business-Tarif wechseln will. Wer einfach nur wissen möchte, wie viele Stunden diese Woche zusammengekommen sind, ist damit schlecht bedient. StundenKonto aus dem Hause myn.to setzt genau am anderen Ende an und macht bewusst wenig.
Start, Stop, Thema
Die Startseite ist ein Timer. Ein Tipp startet ihn, ein Tipp stoppt ihn, und die Zeit wird einem Thema zugeordnet, das man vorher frei benannt hat. Arbeitszeit, Homeoffice, Kunde A, Projekt X, was auch immer. Themen legt man in Sekunden an, es gibt keine Hierarchie und keine Pflichtfelder. Während der Timer läuft, zeigt die App die aktuelle Dauer groß an, darunter stehen die laufenden Summen. Hat man den Timer einmal vergessen, trägt man die Zeit nachträglich von Hand ein oder korrigiert einen bestehenden Eintrag. Das klingt banal, ist aber der Punkt, an dem viele andere Apps mit Freigabeprozessen und Sperrfristen nerven.
Wo bleiben die Stunden?
Die Auswertung fasst die Zeiten für heute, die laufende Woche ab Montag, den Monat und den Gesamtzeitraum zusammen. Über Filter grenzt man das auf einzelne Themen oder einen frei gewählten Zeitraum ein. Wer wissen will, wie viel er im letzten Quartal für einen bestimmten Kunden gearbeitet hat, tippt zweimal und hat die Zahl. Mehr Auswertung gibt es nicht, und beim Ausprobieren haben wir sie auch nicht vermisst. Die Zahlen lassen sich anschließend in die Rechnung oder ins Überstundenkonto übertragen.
Eigene Farben, eigene Daten
Das Design ist hell und aufgeräumt, und es lässt sich anpassen: Hintergrund, Bedienelemente und Akzentfarbe wählt man selbst, per Farbraster, Spektrum oder Regler. Das ist Geschmackssache, aber wer die App mehrmals am Tag öffnet, freut sich, wenn sie nicht aussieht wie alle anderen.
Wichtiger ist, was im Hintergrund nicht passiert. Alle Zeiten und Einstellungen bleiben lokal auf dem iPhone. Es gibt keine Registrierung, keinen Cloud-Sync, kein Tracking. Für Angestellte, die ihre Arbeitszeit privat gegenrechnen wollen, ohne dass irgendein Dienst die Daten sieht, ist das ein echtes Argument. Der Nachteil liegt auf der Hand: Wer die Zeiten auf mehreren Geräten braucht, muss sie selbst übertragen.
Für wen?
Angestellte, die Überstunden im Blick behalten wollen, ohne sich mit dem Zeiterfassungssystem des Arbeitgebers anzulegen. Freiberufler und Selbstständige, die Stunden pro Kunde brauchen, aber keine Rechnungssoftware im Handy wollen. Nebenjobber, Studierende mit Werkvertrag, und alle, die bei privaten Projekten wissen möchten, wie viel Zeit wirklich reingeflossen ist. Wer dagegen ein Team koordiniert, Genehmigungen braucht oder Zeiten direkt in Rechnungen umwandeln will, ist bei StundenKonto falsch, und die App tut auch nicht so, als wäre sie dafür gedacht.
Preis und Verfügbarkeit
StundenKonto gibt es für iPhone und iPad ab iOS 17. Die App kostet einmalig 2,99 Euro, ohne Abo und ohne In-App-Käufe.
Fazit
StundenKonto ist ein gutes Beispiel dafür, dass Weglassen eine Funktion sein kann. Timer, Themen, Auswertung, fertig. Dass die App dafür keinen Account verlangt und die Daten auf dem Gerät lässt, macht sie zur unaufgeregten Alternative für alle, die Zeiterfassung als Werkzeug und nicht als Plattform verstehen. Wer mehr braucht, weiß es vermutlich schon.
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