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Panovo Virtual Tour Maker im Test: Der 360°-Rundgang aus der Hosentasche

Panovo verspricht, aus 360°-Fotos direkt auf dem Smartphone begehbare Rundgänge zu machen, ohne Desktop, Cloud oder Abo. Wir haben die App drei Wochen lang mit einer Musterwohnung, einer Ferienwohnung und einer Baustelle getestet und sagen, wo sie überzeugt und wo noch Luft ist.

4.5
MYN Wertung
MYN Redaktion
MYN Redaktion 04. September 2026

Vorteile

  • Kompletter Workflow vom Panorama bis zur fertigen Tour auf dem Smartphone
  • Hotspot-Editor mit visuell einstellbarer Eintritts-Blickrichtung
  • Sauberer, eigenständiger HTML-Export ohne Abhängigkeiten und Tracking
  • Vollständig offline, kein Konto, keine Cloud
  • Import-Validierung mit klaren Hinweisen zu Format und Auflösung
  • Exporte von iPhone und Android sind identisch aufgebaut
  • Einmalkauf für 4,99 Euro statt Plattform-Abo

Nachteile

  • Direkt-Upload per SFTP noch nicht enthalten, nur Zugangsdaten speicherbar
  • Kein Grundriss mit Standpunkten für große Objekte
  • Hotspots lassen sich nicht auf mehrere Stationen kopieren
  • Für die Veröffentlichung braucht man eigenen Webspace
  • Kein Sync zwischen mehreren Geräten

Virtuelle Rundgänge waren lange ein Geschäft für Spezialisten. Wer eine Wohnung begehbar präsentieren wollte, buchte einen Dienstleister mit Matterport-Kamera oder kämpfte sich am Rechner durch Software, die mehr kann, als man je braucht. Panovo Virtual Tour Maker aus dem Hause myn.to verspricht, das Ganze auf drei Schritte am Smartphone zu reduzieren: Panoramen importieren, Räume verbinden, Tour exportieren. Wir wollten wissen, ob das im Alltag hält.

So haben wir getestet

Getestet haben wir die iPhone-Version 1.2 auf einem iPhone 16 Pro und die Android-Version auf einem Pixel 8, mit Aufnahmen aus einer Insta360 X4 und einer älteren Ricoh Theta Z1. Drei Projekte standen auf dem Plan: eine leere Musterwohnung mit acht Räumen, eine möblierte Ferienwohnung mit fünf Stationen und ein Rohbau mit sechs Standpunkten für die Baudokumentation. Zusätzlich haben wir bewusst schlechtes Material verwendet, etwa ein zu kleines Panorama und ein Bild im falschen Seitenverhältnis, um zu sehen, wie die App damit umgeht.

Einrichtung und Import

Nach dem ersten Start erklärt ein kurzes Onboarding die drei Schritte, danach steht man vor einer leeren Projektliste. Ein neues Projekt braucht nur einen Titel, optional Untertitel, Adresse und Notizen. Der Import läuft über den System-Fotopicker, die App bekommt also keinen Zugriff auf die gesamte Mediathek, sondern nur auf die Bilder, die man auswählt. Mehrere Panoramen auf einmal sind kein Problem, unsere acht Bilder der Musterwohnung waren in wenigen Sekunden drin.

Gut gefallen hat uns die Validierung. Panovo prüft jedes Bild auf das Seitenverhältnis 2:1 und die Auflösung. Das falsch zugeschnittene Testbild wurde mit klarer Begründung abgelehnt, das zu kleine Panorama mit 1600 Pixeln Breite kam durch, aber mit dem Hinweis, dass die Qualität in der Tour leiden wird. Genau so soll das sein. Nach dem Import erscheint jedes Bild als Station mit Miniatur, die man umbenennt, sortiert und als Startpunkt oder Cover festlegt.

Der Hotspot-Editor

Hier entscheidet sich, ob eine Tour-App taugt, und hier hat Panovo seine stärkste Seite. Man öffnet eine Station, dreht sich per Wischen im Panorama um, tippt auf die Tür zum nächsten Raum und wählt aus, was der Hotspot tun soll: Navigation zu einer anderen Station, Infopunkt mit eigenem Text oder externer Link. Farbe, Symbol und Beschriftung lassen sich anpassen. Für die Musterwohnung mit acht Räumen und fünf Übergängen haben wir inklusive Nachjustieren etwa zwölf Minuten gebraucht.

Das Detail, das den Unterschied macht, ist die Eintritts-Blickrichtung. Für jeden Übergang legt man mit einem Fadenkreuz fest, wohin der Betrachter schaut, wenn er im nächsten Raum ankommt. Wer das schon einmal in einer Desktop-Software mit Gradzahlen eingestellt hat, weiß, wie mühsam das sein kann. Hier zieht man einfach das Bild an die richtige Stelle und bestätigt. In der Praxis führte das dazu, dass sich unsere Tour vom ersten Durchlauf an natürlich anfühlte, ohne dass man nach jedem Klick erst die Orientierung sucht.

Was fehlt: Hotspots lassen sich nicht auf mehrere Stationen gleichzeitig kopieren, und es gibt keine Möglichkeit, einen Grundriss mit Standpunkten zu hinterlegen. Für eine Ferienwohnung ist das egal, bei einem Bürogebäude mit zwanzig Räumen würde man es vermissen.

Vorschau

Die Vorschau begeht die Tour direkt in der App, mit Wischen, Pinch-Zoom und auf Wunsch per Gyroskop. Letzteres ist die beste Art, einem Kunden die Wohnung zu zeigen: Handy in die Hand drücken, drehen lassen. Ein Tipp ins Bild blendet alle Bedienelemente aus. Die Darstellung ist auf beiden Plattformen flüssig, auch bei den 8K-Panoramen der Insta360. Auf dem Pixel 8 brauchte der erste Aufbau einer Station etwa eine Sekunde länger als auf dem iPhone, danach lief es identisch.

Export und Ergebnis

Der Export erzeugt ein ZIP mit index.html, einer tour.json und allen Panoramen. Unsere Musterwohnung mit acht Stationen brachte es auf 5,5 Megabyte, weil Panovo die Bilder für das Web nachverkleinert. Das Paket haben wir per AirDrop auf den Mac geschickt, auf einem gewöhnlichen Webspace entpackt, fertig. Die Tour lief in Safari, Chrome und Firefox ohne Nacharbeit, auch auf dem Handy, inklusive Gyroskop-Steuerung im Browser. Es gibt keine externen Skripte, keine Schriftarten von Google und kein Tracking. Wer mit dem Entwicklerwerkzeug nachschaut, findet eine einzige HTML-Datei und ein sauber lesbares JSON.

Interessant für gemischte Teams: Der Export vom iPhone und der vom Android-Gerät sind identisch aufgebaut. Ein Projekt, das auf dem einen Gerät begonnen wurde, lässt sich also problemlos auf dem anderen weiterführen, wenn man die Panoramen mitnimmt.

Datenschutz

Panovo funktioniert vollständig offline. Kein Konto, keine Cloud, keine Analyse-Tools. Zugangsdaten für den eigenen Webserver kann man bereits hinterlegen, sie landen im Schlüsselbund des Systems. Der direkte Upload aus der App heraus ist aber in der getesteten Version noch nicht enthalten und für ein späteres Update angekündigt. Für uns der größte Kritikpunkt, denn genau dieser letzte Schritt vom ZIP auf den Server ist der, an dem weniger technische Nutzer hängen bleiben.

Preis

Im App Store kostet Panovo einmalig 4,99 Euro, für Android gibt es die App bei Google Play. Kein Abo, keine In-App-Käufe. Angesichts dessen, was Tour-Plattformen monatlich verlangen, ist das kaum der Rede wert.

Wertung

Panovo macht das, was es verspricht, und macht es gut. Der Hotspot-Editor mit der visuellen Blickrichtung ist besser gelöst als in mancher Desktop-Software, der Export ist sauber und zukunftssicher, und der Datenschutz ist vorbildlich. Abzüge gibt es für den fehlenden Direkt-Upload, den fehlenden Grundriss und die Tatsache, dass man für die Veröffentlichung eigenen Webspace braucht. Wer damit leben kann, bekommt für unter fünf Euro ein Werkzeug, das die 360°-Kamera endlich sinnvoll auslastet.

Fazit

4.5 / 5

Panovo ist die App, die 360°-One-Shot-Kameras bisher gefehlt hat. Sie macht aus einzelnen Panoramen in Minuten einen begehbaren Rundgang, exportiert ihn ohne Abhängigkeiten und lässt die Daten auf dem Gerät. Der fehlende Direkt-Upload ist der einzige echte Bruch im Workflow. Für Makler, Vermieter und alle, die Räume dokumentieren, eine klare Empfehlung.

Jetzt Panovo Virtual Tour Maker herunterladen

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